On the Road II oder: Die Mauer muss weg!

In Halle in Westfalen steht eine Mauer. Die Mauer ist weiß und oben mit einer Holzverstrebung abgeschlossen. Sie umschließt ein Gärtchen, in dem Tische und Klappstühle und alte Bäume stehen, ein Café und ein Museum. „Durch die Mauer wirkt unser Gelände wie eine kleine Insel“, sagt die zierliche Frau hinterm Tresen, und das stimmt. Doch in Halle erzählt sich jeder, dass diese Mauer viel Streitpotenzial birgt, und das schon eine ganze Weile.

Blick ins Café Pavot, im Hintergrund die Mauer

Blick ins Café Pavot, im Hintergrund die Mauer

Das Problem: Die Mauer soll weg. Denn der Pächter des Geländes liegt im Rechtsstreit mit einem Nachbarn, dem das weiße Bauwerk zu hoch geraten ist. Genauer gesagt gibt es diesen Nachbarn schon gar nicht mehr, er ist vor einiger Zeit gestorben. Jetzt befürchten die Café-Betreiber, dass die Erben in dieselbe Kerbe hauen und die Forderung ihres verstorbenen Ahnen weiter verfolgen: Der will 20 000 Euro – oder die Mauer muss weg.

Blick aus dem Café Pavot in den Garten

Blick aus dem Café Pavot in den Garten

Ja, aber warum steht denn die Mauer dann immer noch da?, möchte man entgeistert fragen. Das Café Pavot, in dem in skandinavischer Wohnatmosphäre hervorragender Kaffee und traumhafte Kuchen serviert werden, ist zwar gut besucht, aber Frederike hinter dem Tresen wirkt nicht gerade wie der abgebrühte Typ, der notfalls ein paar tausend Euro hinblättert, nur um einen Nachbarn zu ärgern. Sie hebt die Schultern. „Wir warten jetzt noch ein bisschen. Und falls es wirklich gar nicht geht, nimmt der Pächter die Holzverstrebung eben runter. Zu hoch ist die Mauer nämlich nur um zehn Zentimeter.“ Ihr Kollege grinst breit. „Ist so ne Provinzgeschichte.“

Frederike hinter dem Tresen im Café

Frederike hinter dem Tresen im Café

Ach so, genau – wegen Provinzgeschichten waren wir ja auch da. Nur einen Katzensprung entfernt von Halle liegt nämlich Borgholzhausen, wo der Bergmann-Verlag zu Hause ist. Und dort ist soeben unser Erstlingswerk erschienen – mit fast allen unserer bisherigen Tellerrand-Geschichten und drei zusätzlichen Texten, die so noch nirgendwo erschienen sind.

Typen vom Tellerrand (mit Buch)

Typen vom Tellerrand (mit Buch)

Wir freuen uns sehr und möchten uns bei unserer Verlegerin Martina, unserer Lektorin Lisa und allen Protagonisten und Mitwirkenden herzlich bedanken. Zu bestellen gibt es das Buch hier, und wir arbeiten schon fleißig an neuen Tellerrand-Geschichten, die in Bälde auf dem Blog erscheinen. Und wer noch nie auf dem Borgholzhausener Kartoffelmarkt gewesen ist – der ist einen Besuch wert! Allerdings erst nächstes Jahr wieder. Aber bis dahin gibt es ja noch das Café Pavot.

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