„Ich schmiede Pläne wie Ritterrüstungen!“

Eigentlich wohnt sie in München, doch in den vergangenen Monaten war Jessica Schober in ganz Deutschland unterwegs. Die 26-Jährige zog auf ihrer Wortwalz von Redaktion zu Redaktion, um auf ihrem Blog über die Arbeit von Lokaljournalisten zu berichten. Dem Bloggen und der Provinz bleibt die freie Journalistin im kommenden Jahr treu: Jessica Schober wird Burgenbloggerin auf Burg Sooneck im Mittelrheintal in Rheinland-Pfalz. Von Mai bis Oktober wohnt sie auf der Burg und erkundet für den Blog die Region. Fünf Fragen an die künftige Burgenbloggerin.

Jessica Schober, Burgenbloggerin

Jessica Schober, Burgenbloggerin

Was reizt dich an dem Job als Burgenbloggerin?
Hallo?! Ich werde ein halbes Jahr auf einer Burg wohnen in einer Region, die so schön ist, dass sie jedes Jahr von Tausenden Touristen überrannt wird. Ich kann dort lauter Dinge machen, die mir Spaß machen: Menschen sammeln und schreiben. Motorradfahren, Wandern, Weintrinken. Recherchieren und Rumstromern. Also, ich habe wirklich nichts gegen dieses Leben dort in der Hand.

Was sind deine konkreten Aufgaben?
Dazu mehr in 2015. Gerade werden Pläne geschmiedet wie Ritterrüstungen. Mein Plan ist es Leben auf die Burg zu holen und mir das Leben im Mittelrheintal anzuschauen. Darüber werde ich bloggen.

Bedeutet die Aufgabe als Burgenbloggerin nicht, dass du andere Jobs aufgeben musst?
Ich würde eher sagen, ich gewinne einen weiteren Job dazu. Ich arbeite natürlich weiter als freie Journalistin, wie ich das auch schon vorher für Magazine und Zeitungen getan habe. Mein diesjähriges Projekt der Wortwalz, – meine Gesellenwanderung durch den deutschen Lokaljournalismus – macht gerade Winterpause. Aber das Erkunden der Regionen und das Staunen über das Lokale geht 2015 im Mittelrheintal weiter.

Du wirst alleine auf der Burg leben. Hast du keine Angst vor der Isolation?
Sagen wir so: Ich ziehe ohne Begleitung auf die Burg. Aber ich hörte bereits, es soll dort ein herrliches Spukgepenst geben. Also werde ich nicht allein sein. Außerdem ist es mein Wunsch die Mitbewerber mit ins Boot zu holen, die es unter die Top 10 im Bewerbungsprozess geschafft haben. Und wenn dann noch alle meine Freunde, Familienmitglieder und Bekannte zu Besuch kommen, die sich bis jetzt schon angekündigt oder: angedroht haben, dann werde ich mir ein bisschen Alleinsein vielleicht noch wünschen.

Wie gut kennst du das Mittelrheintal schon?
Bevor ich als Schülerin zu einem Austauschjahr in die USA aufgebrochen bin, habe ich mit meinen Eltern eine Deutschlandreise gemacht. Wir wollten mal in einer großen Rundtour alle Orte sehen, für die Deutschland bekannt ist. Natürlich sind wir also zur Loreley ins Mittelrheintal gezuckelt. Das war mein erster Besuch in der Region. Inzwischen habe ich natürlich viel gelesen, von Rheinromantik bis Industriekultur. Klar, es gibt Lärm, Verkehr, es gibt einen Steinbruch direkt neben der Burg. Was ich aber aus erster Hand weiß: Es gibt dort feine Menschen. Zum Casting bin ich getrampt und da nahm mich eine Frau im Auto mit, die in der Nähe der Burg wohnt. Gute Menschen.

Interview: Felicitas Wilke

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